Jahresrundschreiben 2017

Sehr geehrte NABU-Mitglieder,

im Jahr 2016 hat unsere NABU-Gruppe Kirchheim u.T. und Lenninger Tal die Zusammenarbeit mit der NABU-Gruppe Jesingen intensiviert. Wir haben uns bei mehreren Biotoppflegeeinsätzen gegenseitig geholfen. Und wir haben uns mehrmals zu Sitzungen getroffen, um über die Naturschutzthemen unserer Gegend zu reden.

Auch in 2016 hat sich unsere NABU-Gruppe der Biotopflege unserer Pflegeflächen gewidmet, und dies nicht nur auf Flächen, die im Eigentum des NABU sind. Bei Bissingen am Dachsbühl besitzen wir eine Fläche mit einem großen Schilfwald und einer anschließenden blütenbunten Hochstaudenflur. Um ein Zuwachsen mit Hartriegelbüschen und hochwüchsigen Brombeeren zu verhindern, ist von uns jedes Jahr
im Herbst eine Teilfläche zu mähen und im Winter im Schilfwald Gehölze zu hacken.

Bei Unterlenningen pflegen wir zusammen mit Biobauer Kächele den Magerrasen am Sulzburgsüdhang und den Sumpf am Sattel zwischen Sulzburg und Albanstieg. Beide sind hauptsächlich im Eigentum der Stadt Lenningen. Der Sumpf ist vor allem von einer Hochstaudenflur bedeckt, die im Sommer in üppiger Blüte steht. Streifen am Rand werden extensiv beweidet oder gemäht, um die Vielfalt an Lebensräumen zu erhöhen. Im Sumpf ist die Hauptarbeit die Pflege der vielen Kopfweiden und der drei Teiche auf dem Gelände.

Der Magerrasen am Sulzburgsüdhang ist ein abwechslungsreiches Gelände mit vielen Gehölzen. Die Vegetation ist heideähnlich und hat zusätzlich besonders viele Spätblüher. Dort wachsen z.B. bekannte Arten wie Kalkaster, Graslilie und Karthäusernelke, aber auch besondere Sahnehäubchen wie Kammwachtelweizen und Gelbe Sommerwurz. Die Fläche wird im Herbst zu 2/3 gemäht, um ein Zuwachsen mit Büschen und eine Anreicherung von altem abgestorbenem Gras zu verhindern.

Bei unserer Obstwiese auf Dettinger Gemarkung in der Nähe vom Mannsbergsee mähen wir zweimal im Jahr, mit Abräumen des Mähgutes von Hand und schneiden der Obstbäume.

Auf Owener Gemarkung pflegen wir beim Feuerbölle ein altes Steinbruchgelände mit vielen Felsen und lückigen, ausgesprochen artenreichen Magerrasen. Das Gelände gehört der Stadt Owen. Direkt anschließend gehören eine Blumenwiese und eine Streuobstwiese Naturschützern und sind auch unter unserer Obhut.

Im Herbst hat uns die Schülerfirma „Helfende Hände“ aus Oberlenningen bei der Pflege der Heide und der Obstwiese beim Feuerbölle tatkräftig unterstützt, wofür wir uns noch einmal bedanken möchten.

Unsere NABU-Gruppe hat sich auch 2016 wieder am Aufbau der Forschungsstation Randecker Maar beteiligt. Diese hat 2016 ihre 47. Saison abgeschlossen. Die Zählungen des herbstlichen Vogelzugs stellen die längste, lückenlose Studie in Mitteleuropa dar.

Bei einer Nistkastenaktion des Landratsamtes Esslingen wurden von unserer NABU-Gruppe Wiedehopf-Nistkästen nebst Nistkästen für Wendehals und Halsbandschnäpper aufgehängt. Die Aktion erfolgte u.a. auf Bissinger Gemarkung und z.T. gemeinsam mit anderen Vereinen wie dem Obst- und Gartenbauverein Bissingen.

Seit 2016 betreut unsere NABU-Gruppe auch die beiden Nistkästen im Turm der St. Martinskirche in Oberlenningen. Dort brüteten die letzten Jahre Turmfalken, die der evangelischen Kirchengemeinde sehr ans Herz gewachsen waren. 2016 hat sich die evangelische Kirchengemeinde an uns gewandt mit der Befürchtung, Krähen würden die Turmfalken aus den Nistkästen verdrängen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um Dohlen, welche auch in beiden Nistkästen im Kirchturm gebrütet hatten. Bis vor wenigen Jahren gab es im Lenninger Tal Dohlen als Felsenbrüter. Diese sind nicht mehr da. Erfreulicherweise gab es bei uns in den letzten Jahren eine Ausbreitung von Dohlen, die in Kirchtürmen brüten. Zuerst in Schlierbach, seit wenigen Jahren in Jesingen, nun in den Kirchen von Unterlenningen (auch von uns betreut) und Oberlenningen.

Die Baumfällungsaktionen der Stadt Kirchheim wurden auch 2016 fortgesetzt. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht fielen viele Bäume. In den Jahrzehnten davor hatte die Stadt eher wenige Bachgehölze gefällt. Seit 2013 untersucht ein Gutachter im Auftrag der Stadt die Bäume auf städtischem Grund und hat festgestellt, dass zahlreiche Bäume keine ausreichende Standfestigkeit mehr haben, vor allem aufgrund Pilzbefalls. Allerdings sind auch abseits der Wege mehr Bäume gefällt worden, als aus NABU-Sicht notwendig. Die Stadt hat ihre Planungen für ihre Vorhaben in 2017 vorgestellt, und es besteht berechtigte Hoffnung, dass es besser wird. Unter anderem möchte die Stadt Kirchheim erreichen, dass einige Gebiete abseits der Wege aus der Verkehrssicherungspflicht herausgenommen werden können, was wir ausdrücklich begrüßen.

Wie Sie gemerkt haben, bot unser Jahresprogramm 2016 wieder zahlreiche Führungen und Exkursionen, wofür ich allen, die aktiv zum Programm beigetragen haben, an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte. Das gilt natürlich auch für das neue Jahresprogramm 2017, das Sie beiliegend finden. Es enthält zusätzlich wieder die Angebote der NABU-Gruppe Jesingen, ferner unsere Termine für Arbeitseinsätze sowie Kontaktadressen. Weitere Anregungen nehmen wir gerne entgegen.

Danke sagen möchte ich auf diesem Wege allen Aktiven, die sich bei organisatorischen Dingen, Führungen, Pressearbeit, Vorträgen, praktischer Naturschutz- und Landschaftspflegearbeit oder der Vorstandstätigkeit eingebracht haben. Ihre Mitarbeit war mir auch im vergangenen Jahr wieder sehr wichtig. Ohne diese wäre die NABU-Vereinsarbeit unmöglich.

Zum Schluss darf ich Sie heute schon ganz herzlich zu unserer nächsten itgliederversammlung der NABU-Gruppe Kirchheim u.T. und Lenninger Tal einladen. Diese findet statt am
Freitag, den 24.02.2017
von 18.00 -19.30 Uhr
in der Vereinsgaststätte Eintracht, Hahnweidstr. 60, 73230 Kirchheim u.T.
Die Tagesordnung sieht vor :
1. Begrüßung
2. Jahresbericht des Vorstands
3. Bericht des Schatzmeisters, Bericht der Rechnungsprüferinnen, Aussprache
4. Entlastung des Vorstands
5. Verschiedenes und Schließung der Versammlung

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung findet um 20 Uhr der öffentliche Teil statt, zu dem ich Sie nicht weniger herzlich einlade:
Heinz Schöttner hat die Artenschutzgruppe Steinkauz im NABU unter Dieter Schneider ein Jahr lang bei ihrer Arbeit mit Steinkäuzen rund um Köngen mit der Kamera begleitet. Er hat mit dem Material den rund 15minütigen Film mit dem Titel
„Alles für den kleinen Kobold“ geschaffen. Der Zuschauer erfährt einiges über das Leben des Steinkauzes, dessen Bedrohung und wie dieser Eulenart geholfen werden kann.

Es grüßt Sie recht herzlich
Ihr Schatzmeister
Holger Scherzinger

Jamuar 2017
 

Hier finden Sie die Jahresbriefe 2013, 2012, 2011 und 2010.