Sulzburg-Südhang

Diese Pflegefläche ist buntes Mosaik von Halbtrockenrasen, Abschnitten mit vielen Spätblühern (Saumvegetation) und Gebüschen. Das Wertvolle liegt zum Einen an dieser engräumigen Vielfalt. Manche Tiere benötigen in einzelnen Lebensphasen unterschiedliche Lebensräume. Wiederun andere benötigen bestimmte krautige Blütenplanzen, die aus kleinklimatischen Gründen in Gehölznähe sein sollten.
Zum Zweiten liegt der Wert in der besonderen Vielfalt der Saumvegetation. Das Sahnehäubchen ist der Kamm-Wachtelweizen (
Melampyrum cristatum), der in Baden-Württemberg ziemlich selten ist, auf der Pflegefläche aber recht häufig vorkommt. Aber auch Kalk-Aster, Karthäuser-Nelke, Nickendes Leimkraut und andere wachsen dort.
Viele Schmetterlinge suchen an dem Südhang nach Nahrung. Einige Arten sind dort als Raupe aufgewachsen (z.B. Weißbindiges Wiesenvögelchen, Schachbrettfalter und Magerrasen-Perlmutterfalter), andere sind auf den umgebenden Obstwiesen aufgewachsen und suchen die Fläche zum Nektarsaugen auf.

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Die Fläche gehört der Stadt Lenningen und liegt unterhalb der Ruine Sulzburg in der Nähe von Unterlenningen. Sie ist jahrzehntelang brach gelegen und blieb zum Glück von einer intensiven Nutzung oder Aufforstung verschont. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Gebüsche immer weiter ausgebreitet, und ohne Pflegeeinsätze wären die offenen Flächen mit ihrer artenreichen Vegetation mit der Zeit vollständig verschwunden. Biobauer Kächele konnte das nicht mit ansehen und hat 2005 in Absprache mit der Naturschutzbehörde begonnen, einen Teil der Gehölze zu entfernen. Seit 2009 hilft auch unsere Nabu-Ortsgruppe tatkräftig mit.
Die offenen Flächen werden im Frühherbst zu 2/3 mit Ziegen beweidet. Dies ist wichtig, da sich ansonsten eine dicke Altgrasschicht bildet, die ein Durchkommen für Keimlinge sehr erschwert. Das restliche Drittel wird zur Hälfte im Spätherbst gemäht und bleibt zur Hälfte unberührt.

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